Neue Start-Up-Initiative für Hessen

Mit einer neuen Start-Up-Initiative wirbt die Landesregierung für innovative Gründungen in Hessen. „Wir wollen Hessen zu einem der wichtigsten und angesagtesten Orte für Start-Ups in Deutschland machen“, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir in einer Regierungserklärung am Dienstag im Hessischen Landtag. „Dazu haben wir eine bundesweit beispielgebende Initiative erarbeitet. Eine Initiative, die sich nicht auf die Rhein-Main-Region beschränkt, sondern ganz Hessen im Blick hat. Die sich nicht auf den Finanzplatz konzentriert, sondern die gesamte Bandbreite unserer Wirtschaft im Blick hat. Und die gezielt unsere Universitäten und herausragenden Forschungseinrichtungen mit einbindet. Es geht darum, unseren Studierenden nicht nur Fachwissen, sondern auch Gründermut mitzugeben.“

Al-Wazir: „Der Schlüssel für wirtschaftliche Dynamik sind Start-Ups: Junge Gründerinnen und Gründer mit innovativen Geschäftsideen. Wir wollen, dass Hessen für sie zur ersten Adresse in Deutschland wird. Genau daran arbeiten wir.“ Aufgrund des boomenden Arbeitsmarkts gehe derzeit zwar die Zahl der Gründungen insgesamt zurück. „Anders als früher gründet heute kaum noch jemand aus Angst vor Arbeitslosigkeit. Notgründungen sind die absolute Ausnahme geworden. Und das ist erstmal eine gute Nachricht“, so der Minister. Umso wichtiger sei es, Lust auf Selbständigkeit zu machen. „Und wichtig ist auch, dass wir Gründungen und Start-Ups nicht verwechseln. Es wird in Zukunft vor allem auf technologische, schnell wachsende Start-Ups ankommen, die neue Geschäftsmodelle entwickeln.“

Kernpunkte der Start-Up-Initiative:

(1) Kapital: Wir ergänzen unsere Finanzierungs- und Förderangebote im Hinblick auf Gründungen, beispielsweise durch die Kombination von Darlehen und Crowdfunding-Modellen.

(2) Werbung für die Region: Wir wollen z.B. junge Talente auch an Hochschulen außerhalb Hessens und Deutschlands ansprechen, und mit den optimalen Bedingungen unserer Region werben: ein internationales und weltoffenes Umfeld, perfekte Erreichbarkeit und Highspeed-Internetverbindungen.

(3) Vernetzung: Wir werden dafür sorgen, dass besonders Start-ups, Fördereinrichtungen, Gründerzentren und Investoren in den Dialog kommen. Wir verstehen uns als Mittler zwischen etablierten Firmen und innovativen Start-ups.

(4) Universitäten & Hochschulen als Talentschmiede: Unser Ziel ist, dass keine Studentin und kein Student mehr eine hessische Universität verlässt, ohne im Hörsaal mit dem Thema Start-Ups und Gründung in Kontakt gekommen zu sein.

Der Minister wies in der Regierungserklärung auch auf die Erfolge der vergangenen viereinhalb Jahre hin: „Wir haben die Energiewende vorangetrieben: Noch nie kam so viel sauberer Strom aus hessischen Steckdosen. Wir haben die Verkehrswende eingeleitet: Noch nie ist so viel Geld in Hessens Straßen investiert worden wie in den vergangenen vier Jahren, mit klarem Schwerpunkt auf Sanierung vor Neubau. In den Ausbau der völlig überlasteten Schienenwege ist endlich in Schwung gekommen. Und wir haben Kurs auf Innovationen gesetzt: Wir haben dem Breitbandausbau einen Schub gegeben, Ende dieses Jahres werden in Hessen 50 Mbit/s. flächendeckend verfügbar bzw. konkret in Sicht sein. Der nächste Schritt ist schon in Arbeit: Bis 2025 machen wir unsere Infrastruktur gigabitfähig.“

Al-Wazir: „Hessen steht heute besser da denn je. Das ist nicht mein Aufschwung. Das ist vor allem ein Erfolg der hessischen Unternehmen und ihrer Beschäftigten.“ Neue Arbeitsplätze entstehen in Hessen schneller als im Bundesdurchschnitt, die Arbeitslosenquote ist deutlich niedriger. Letzten Monat betrug sie 4,5 %, das ist die niedrigste Arbeitslosenquote in einem Mai seit 37 Jahren. Ende 2017 gab es in Hessen rund 200.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze mehr als im Jahresdurchschnitt 2014. Das entspricht der Einwohnerzahl von Kassel. „Mit anderen Worten: Seit dem Amtsantritt dieser Landesregierung ist eine ganze Großstadt im hessischen Arbeitsmarkt angekommen. Im Mai hatten wir im Ländervergleich den zweitstärksten Beschäftigungszuwachs aller Länder – gleichauf mit Bayern und vor Baden-Württemberg“, so Al-Wazir.

Hessen – ein Land mit Perspektiven
„Hessen war schon immer ein starkes Bundesland“, so der Minister. „Aber es gibt einen Unterschied zum Januar 2014, und dafür hat diese Landesregierung gesorgt: Hessen ist jetzt ein Land mit Perspektiven, die über kurzfristige Konjunkturen hinausreichen. Hessen baut die Strukturen für eine nachhaltige Dynamik auf.“

Als wichtiges Zukunftsthema für die Wettbewerbsfähigkeit der hessischen Wirtschaft nannte der Minister die Forschung und Entwicklung von Künstlicher Intelligenz. „Das gilt nicht nur, aber insbesondere für den Finanzplatz Frankfurt: Aktienhandel, Marktanalyse, Missbrauchsaufsicht, Sicherheit – all das wird künftig ohne Künstliche Intelligenz kaum noch denkbar sein.“ Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft soll deshalb am Finanzplatz Frankfurt ein KI-Hub etabliert werden und an den nationalen KI-Masterplan anknüpfen. „Am Finanzplatz Frankfurt ballt sich die Expertise, um auf diesem Gebiet eine führende Position einzunehmen“, so der Minister.

Al-Wazir: „Die Wirtschaftspolitik der Landesregierung hat in den vergangenen Jahren Voraussetzungen geschaffen, dass wir in Hessen unsere Chancen besser nutzen können, besser gegen Krisen gewappnet sind und mehr Bürgerinnen und Bürger an der wirtschaftlichen Entwicklung teilhaben. In Hessen kann sich jeder anschauen, wie erfolgreiche Wirtschaftspolitik aussieht. Wir haben geliefert.“

(Quelle)