Nepos: Companisto-Startup liefert einfache Hard-Software-Lösung für digitale Teilhabe

Die Digitalisierung ist ein unaufhaltsamer Prozess, der kaum einen gesellschaftlichen Bereich unberührt lässt. Ein stetig wachsender Teil des Wirtschaftsgeschehens verlagert sich ins Internet. Mehr und mehr Produkte und Dienstleistungen werden ausschließlich online angeboten. Bei aller Euphorie über die Chancen der Digitalisierung wird oft außer Acht gelassen, dass ein großer Teil der Bevölkerung sich zunehmend von der modernen Technik überfordert fühlt und im digitalen Abseits steht. Hier setzt das Berliner Startup Nepos mit einem Tablet an, das mit sehr unkomplizierter Hard- und Software digitale Teilhabe für eben jene Personengruppen ermöglicht.

Bis zu 16 Millionen Deutsche digital abgehängt

Etwa ein Viertel aller Erwachsenen fühlen sich hierzulande digital abgehängt. Das geht aus einer Studie der Initiative D21 hervor. Rund ein Drittel der Befragten geben an, sich von der Dynamik und Komplexität der Digitalisierung überfordert zu fühlen, bei den über 50-jährigen sind es sogar 42 Prozent. Ein Viertel aller Befragten ordnet sich selbst sogar in die Kategorie „Digital Abseitsstehende“ ein. Sie partizipieren nicht mehr am digitalen Leben, weil sie mit der immer komplizierteren Technik nicht mehr Schritt halten können.

PaulLunow und Florian Schindler, die beiden Gründer von Nepos, wollen diesen Missstand in der Gesellschaft nicht länger hinnehmen: „Das ist einfach ungerecht. Denn es ist nicht so, dass die Person zu alt oder zu blöd ist – ganz im Gegenteil – die Systeme sind nicht für sie optimiert. Und das müssen wir ändern“, so Lunow. Natürlich ist die gesellschaftliche Relevanz des Themas enorm, aber es geht auch um eine große wirtschaftliche Bedeutung, räumt Schindler ein.

„Wenn es uns gelingt, 16 Millionen Menschen an das digitale Leben anzuschließen, dann heißt das im Umkehrschluss auch, dass wir 16 Millionen Menschen erstmalig auch für digitale Wirtschaftsangebote zugänglich machen“, so Schindler. Denn diese Menschen nutzen bisher kein Online-Banking und können auch nicht so vermeintlich kleine Dinge, wie die Vorzüge der Videotelefonie mit Enkeln und lieben Verwandten nutzen.

Nepos liefert einfache technische Lösung für gesellschaftliches Problem

Mit einem Team aus professionellen Designern und Entwicklern haben die beiden Nepos-Gründer ein Tablet für die Zielgruppe der „Digital Abseitsstehenden“ entwickelt. Das Besondere dabei: Das Produkt wurde in dreijähriger Entwicklungszeit in enger Zusammenarbeit mit der Zielgruppe entwickelt. In den Testdurchläufen wurde immer wieder auf die Bedürfnisse der Nutzer eingegangen, wie Dr. Sebastian Glende bestätigt, der als Marktforscher die Langzeitstudien von Nepos begleitet hat: „Bei Nepos ist es wirklich der erste Fall, dass von ganz vorne bis ganz hinten eine extrem starke Einbeziehung der Nutzergruppe stattgefunden hat. Und das gefällt mir daran, weil es eigentlich das theoretische Konzept ist, das man sich immer gewünscht hat, was aber keiner so richtig macht. Bei Nepos wurde das wirklich durchgezogen und ich denke, das merkt man auch ganz stark am Produkt.“

An der Entwicklung des Produkts hat der preisgekrönte Produktdesigner Werner Aisslinger mitgewirkt. „Wenn unsere Zielgruppe das Gerät in der Hand hält und dann lächelnd das auch benutzt, dann ist das natürlich das Glück des Kreativen oder des Gestalters oder des Designers, dass er merkt, er hat sich praktisch mit dem Endkonsumenten verbunden, er hat das Herz getroffen.“

Bei der Zielgruppe kommt das Gerät sehr gut an. 100 Prozent der Testnutzer stimmten zu, dass das Gerät einfach zu bedienen ist und sie alle würden das Gerät ihrem Umfeld weiterempfehlen. „Der erste Umgang mit diesem Gerät war für mich wirklich sehr schön leicht“, sagt Luise Lunow, die Großtante des Nepos-Gründer Paul Lunow. „Ich habe ja immer etwas Vorbehalte, wenn ich an ein neues Gerät gehe, weil ich ja technisch völlig unbegabt bin. Aber das war so klar und einfach, das hat mir gleich viel Spaß gemacht.“ Sie ergänzt, dass Sie viele Bekannte und Freunde hat, die auch ihre Schwierigkeiten im Umgang mit der neuen Technik haben.

Business Angel Vollmann unterstützt die Nepos-Gründer

Mit ihrer Idee hat Nepos aber nicht nur das Herz der „digital Abgehängten“ erobert, sondern auch einen Nerv der Zeit getroffen. Finanziell unterstützt wird das Startup unter anderem von Christian Vollmann, Gründer von nebenan.de und Business Angel des Jahres 2017.

„Als Paul mit der Idee von Nepos auf mich zu kam, war ich gleich begeistert, weil wir uns auch bei nebenan.de stark mit dem Thema beschäftigen, wie wir der älteren Generation auch die Teilhabe ermöglichen können.“ Doch vor allem die Motivation der Gründer hat ihn überzeugt, bei Nepos zu investieren. „Sie wollen hier wirklich das Problem lösen und ihrer eigenen Großtante diese digitale Welt eröffnen.“

Nepos hat den Prototypen zur Serienreife entwickelt und es sich zum Ziel gesetzt, die ersten Tablets pünktlich zum Weihnachtsgeschäft an seine Nutzer auszuliefern. Damit das gelingt, startet das Startup am 29.05.2018 auf der Crowdinvesting-Plattform Companisto eine öffentliche Finanzierungsrunde. Dort können sich interessierte Personen bereits ab 100 Euro beteiligen.

Über Nepos:

Angetrieben von dem Wunsch, der aktuellen und zukünftigen Generationen von Senioren die Teilhabe am digitalisierten Leben unserer Gesellschaft zu ermöglichen, gründeten Paul Lunow und Florian Schindler 2015 die Nepos GmbH. Das Tech-Startup hat sich auf die Optimierung digitaler Produkte für die jeweils aktuelle Generation 65+ spezialisiert. Startprodukt ist das NEPOS Tablet mit der ersten universellen Bedienoberfläche, das Ende 2018 auf den Markt kommt.

Companisto GmbH
Companisto (www.companisto.com) ist Marktführer für Crowdinvesting in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Beim Crowdinvesting schließen sich viele Anleger zusammen, um sich gemeinsam mit Wagniskapital an Startups und Wachstumsunternehmen zu beteiligen. Die Investoren können einen Betrag ihrer Wahl investieren und erhalten eine Beteiligung am Gewinn wenn das Startup verkauft wird (Exit-Beteiligung). Aktuell sind über 84.000 Investoren bei Companisto registriert, die sich gemeinsam mit einem Finanzierungsvolumen von über 50 Millionen Euro an mehr als 100 Finanzierungsrunden für Startups und Wachstumsunternehmen beteiligt haben. Gemessen an der Anzahl der veröffentlichten Finanzierungsrunden war Companisto 2015, 2016 und 2017 der aktivste private Wagniskapitalgeber in Deutschland.