EU-Prospektverordnung im Bundestag: Companisto liefert Antwort auf Finanzierungslücke bei Wagniskapital

Die nationale Umsetzung der EU-Prospektverordnung beschäftigte in den letzten Wochen den Finanzausschuss im Deutschen Bundestag. Nach der Abstimmung im Bundestag am Abend des 28.6.2018 ist klar, Hoffnungen auf eine Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland bestätigen sich nur bedingt. Die dringend geforderte Berücksichtigung von GmbH-Anteilen wurde erneut vertagt. Deutschland droht damit den Anschluss bei Frühphasen- und Wachstumsfinanzierung von innovativen Unternehmen zu verlieren – und damit einen Teil seiner Innovationskraft einzubüßen.

Junge Finanzwirtschaft springt in die Bresche politischer Mutlosigkeit
Als Sachverständiger saß Tamo Zwinge für den Bundesverband Crowdfunding im Finanzausschuss des Deutschen Bundestags und referierte dort über notwendige Anpassungen nationaler Gesetzgebung zur EU-Prospektverordnung. Zwei Schwerpunkte macht der Gründer und Geschäftsführer der Crowdinvesting-Plattform Companisto dabei aus.

Zum einen gilt es die in der EU-Prospektverordnung vorgesehene Anhebung der der Prospektfreihheitsgrenze auf bis zu 8 Millionen Euro umzusetzen. Erst danach solle, vergleichbar mit Börsengängen, eine Prospektpflicht greifen. Zum anderen fehlt die Berücksichtigung der in Deutschland häufigsten Gesellschaftsform, der GmbH. Die Prospektverordnung greift bei Eigenkapitalinvestitionen derzeit nur für Aktiengesellschaften, der Gesellschaftsform der Großunternehmen. Im Jahr 2016 standen den 15.500 AGs in Deutschland jedoch 1,15 Millionen GmbHs gegenüber. Damit verfehlt der aktuelle Beschluss im Bundestag sein erklärtes Ziel: jungen Unternehmen den Zugang zum Kapitalmarkt zu erleichtern.

Bevorteilung von Investitionen in Aktiengesellschaften auflösen
Fast alle jungen und innovativen Unternehmen werden in Deutschland als GmbH gegründet. Damit haben diese Unternehmen zurzeit keine Möglichkeit der Finanzierung auf der Basis von Eigenkapitalanteilen über Crowdinvesting. Immerhin ein Segment, in dem allein in Großbritannien im laufenden Jahr ein Volumen von einer Milliarde Euro erwartet wird – einem Vielfachen des deutschen Marktes. Die aktuelle Situation in Deutschland: Investitionen in GmbHs gelten als Vermögensanlagen, damit gilt eine Prospektgrenze von 100.000 Euro. Die Prospektfreiheitsgrenze für Aktiengesellschaften, die Gesellschaftsform großer Unternehmen, wird nun durch die EU-Prospektverordnung von derzeit 100.000 Euro auf 8 Millionen Euro angehoben. Die Prospektfreiheitsgrenze bei GmbHs wird jedoch nicht angehoben. Damit läge die Prospektfreiheitsgrenze bei Aktiengesellschaften nach der EU-Prospektverordnung 80 Mal höher als für GmbHs.

„Wir bedauern, dass jetzt wieder keine Einigung mit Blick auf die nationale Umsetzung der EU-Prospektverordnung erfolgt ist, von der auch Investoren profitieren, die in GmbHs investieren wollen.“, so Tamo Zwinge. „Wir können uns jetzt hinsetzen, weiter warten und zusehen, wie Europa an uns vorbeizieht. Oder wir nehmen als junge Akteure der Finanzwirtschaft unser Glück selbst in die Hand. Aus diesem Grund haben wir bei Companisto mit großem Aufwand, parallel zum politischen Prozess, eine innovative Lösung für echte Eigenkapital-Beteiligungen bei der Wachstumsfinanzierung entwickelt, die auf den bestehenden – ausdrücklich nicht optimalen – gesetzlichen Rahmenbedingungen fußt.“

Professionelle Anleger investieren in Eigenkapital – künftig mit wenigen Klicks
„Wir sind stolz, mit den neuen Companisto Eigenkapital-Beteiligungen ein Modell präsentieren zu können, das es ermöglicht auf Companisto so zu investieren, wie professionelle Anleger und Business Angels es bevorzugt tun – in echte GmbH-Anteile“, so David Rhotert, ebenfalls Gründer und Geschäftsführer von Companisto.

Der Prozess ist denkbar einfach. Anleger investieren künftig nach der erfolgreichen Registrierung auf Companisto mit wenigen Klicks direkt in das Eigenkapital von Unternehmen und werden damit echte Gesellschafter. Rhotert und Zwinge sind stolz auf das Erreichte: „Wir haben einen juristisch anspruchsvollen und komplizierten Prozess digitalisiert und für Investoren radikal vereinfacht. Als Ergebnis steht demnächst ein einzigartiges und professionelles Investmentprodukt für den deutschen Sprachraum zur Verfügung.“

Companisto Eigenkapital-Beteiligungen für Wachstumsfinanzierungen ab 3 Millionen Euro
Für die auf einem Prospekt basierenden Eigenkapital-Beteiligungen erwarten die Pioniere von Companisto einen ähnlichen Boom bei Startup-Investitionen, wie er in Großbritannien ausgelöst wurde. Dort wird inzwischen bis zu einem Drittel des gesamten Wagniskapitals über Online-Plattformen aufgebracht. Companisto verfolgt zudem das Ziel, den rechtlich notwendigen Rahmen für eine INVEST-Förderfähigkeit zu schaffen. Gelänge dies, würden Investoren auf Companisto zukünftig einen staatlichen Zuschuss in Höhe von 20% ihres Investmentbetrages erhalten. In Großbritannien, wo es einen vergleichbaren Zuschuss gibt, hat die Kombination von Eigenkapital und Zuschuss dazu geführt, das ohnehin schon rasante Wachstum von Eigenkapitalinvestitionen noch deutlich zu beschleunigen.

„Wir würden die echten Eigenkapital-Beteiligungen gerne auch für die Frühphasenfinanzierung anbieten. Durch die derzeitige gesetzliche Situation, samt der damit verbundenen Prospektpflichten, können wir jedoch erst Wachstums-Finanzierungsrunden ab 3 Millionen Euro wirtschaftlich abbilden,“ beschreibt Zwinge die Auswirkungen der aktuellen Rahmenbedingungen auf Companisto. „Damit bieten wir zwar ein völlig neues Marktinstrument für die gemeinschaftliche Wachstumsfinanzierung von innovativen Unternehmen in Deutschland, wir sehen aber auch weiterhin großen Bedarf bei der Frühphasenfinanzierung.“

Rhotert und Zwinge glauben fest an eine weiterhin positive Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Damit einher geht eine große gesellschaftliche Verantwortung. Dafür braucht es Ideen, Gründergeist und viele Menschen, die sich aktiv in die Gestaltung der Zukunft einbringen. „Wir erleben jeden Tag auf unserer Plattform, wie gut das funktionieren kann. Mit den neuen Companisto Eigenkapital-Beteiligungen tragen wir unseren Teil dazu bei und wagen uns in eine völlig neue Dimension der gemeinschaftlichen und professionellen Finanzierung von Startups vor.“

Über Companisto:
Companisto (www.companisto.com) ist Marktführer für Crowdinvesting in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Beim Crowdinvesting schließen sich viele Anleger zusammen, um sich gemeinsam mit Wagniskapital an Startups und Wachstumsunternehmen zu beteiligen. Die Investoren können einen Betrag ihrer Wahl investieren und erhalten eine Beteiligung am Gewinn wenn das Startup verkauft wird (Exit-Beteiligung). Aktuell sind über 86.000 Investoren bei Companisto registriert, die sich gemeinsam mit einem Finanzierungsvolumen von über 50 Millionen Euro an mehr als 100 Finanzierungsrunden für Startups und Wachstumsunternehmen beteiligt haben. Gemessen an der Anzahl der veröffentlichten Finanzierungsrunden war Companisto 2015, 2016 und 2017 der aktivste private Wagniskapitalgeber in Deutschland.

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